Liebe Kreishausbefürworter in der RE-SPD………..

Zunächst hatte ich mir vorgenommen mich zurückzunehmen und keine Meinung zum beabsichtigten Kreishausneubau zu äußern. Gut gemeinte Ratschläge wirken oft weniger als Rat – mehr als Schläge. Aber manchmal sind sowohl Rat als auch leichte „Schläge auf den berühmten Hinterkopf“ mehr als nötig. Der Neubau eines Kreishauses – als Ersatz für den „Altbau“ von 1980 – jagt mich als sozialdemokratischen Polit-Opa aus dem politischen Lehnsessel. Es ist so, als wenn ein unaufmerksamer Enkel bei Rot über die Ampel fährt und zwangsläufig ein entsetzliches Desaster verurssachen wird.  Das hält den Opa nicht im Sessel.

Nun ist die Situation Gott sei Dank noch nicht ganz vergleichbar. Führende Recklinghäuser Sozialdemokraten haben zwar durch Überfahren eines Haltesignals eine Ordnungswidrigkeit und fürchterliche Dummheit begangen. Ein Schaden an sich. Der Crash hat aber noch nicht stattgefunden.

 

 

Warum war der Beschluss eine sozialdemokratische Ordnungswidrigkeit und politische Dummheit? Zunächst: Weil Sozialdemokraten, in dieser unlängst eigenen Hochburg,  gedacht haben und denken, sie können in alter Manier – vorbei an den Gefühlen der Bürger – Politik machen. Früher fand der zu politischen Entscheidungen notwendige Diskurs im Betriebsratsbüro großer Belegschaften statt. Das geht heute nicht mehr. Da muss man andere Wege finden und nicht so tun, als ob wir hier noch- wie vor 20 Jahren –  in den alten politischen Entscheidungsstrukturen leben würden. Es ist die fehlende Empathie zu dem was die Bürger bewegt. Nur das kann zu solchen fatalen Neubauentscheidungen führen. Aufwachen  – und nicht nur beim Kreishausneubau – ist da nötig.

Diese Fehleinschätzung zum Willen der Bürgerschaft führt dann auch zwangsläufig zur Wahlkampfmunition für den politischen Gegner.  Der wäre ja bescheuert, wenn er aus diesen lokalen politischen Autismus der Sozialdemokraten keinen Profit ziehen würde.  Dabei waren es doch Josef Hovenjürgen und seine Kreis-CDU-Freunde, die vor gut 10 Jahreneinen Sanierungsetat für das vorhandene Kreishaus mit dem Hinweis, dass man dann besser neu bauen solle, verhindert hat. Ohne Not verharren die Kreis-Sozialdemokraten hier in der Defensive.

Es geht doch auch offensiv. Warum kann man nicht mit der Bürgerschft den Diskurs darüber starten welche Aufgaben für die Zukunft Kreisaufgaben sein müssen, welche besser und wirtschaftlicher beim Regionalverband  oder bei den Städten erfolgen könnten. Diese Aufgabenkritik würde nicht nur zu einem abgespeckten Raumbedarf für ein umgebautes Kreishaus der Zukunft sondern zu erheblichen Einsparungen im gesamten Ruhrgebiet führen. Einsparungen, die für die marode Verkehrs-, Sozial- und Bildungsinfrastruktur genutzt werden könnten.  Das ist der Leitgedanke für ein Zukunftskonzept unserer Region. Dann schließen sich notwenige Büro-Raum-Konzepte an.  Bis zur Umsetzung derartiger Konzepte muß die Kreisverwaltung mit notwendigen Sanierungsmaßnahmen  (34,2 Mio Euro) auskommen.  Die Umsetzung eines Neubaukonzeptes von noch 130 Mio Euro  ist nicht nur zukunftsvergessen, sie ist verantwortungslos gegenüber den Steuerzahlern.  Aber  auch verantwortungslos gegenüber einer sozialdemokratischen Partei, die sich offenbar immer schwerer damit tut als Interessenwalter der Bürgerinnen und Bürger zu gelten.

Nun gut, die politische Ampel stand auf Rot. Noch war die Ignoranz dieses Stoppsignals  eine sozialdemokratische Ordnungswidrigkeit. Manchen Wähler wird diese unsinnige Übertretung nachdenklich machen und seinen Blick schon jetzt auf den kommenden Wahltag lenken. Aber noch ist es Zeit in die Eisen zu gehen um einen politischen Crash erster Ordnung zu vermeiden. Ein Chrash auf den die politischen Mitbewerber nur schadenfroh warten.

Indem ich die Akteure der Kreis – SPD bitte diesen Crash zu verhindern, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen.

Euer

Jochen Welt